Weltweit arbeiten 100 Millionen Menschen in der Textilindustrie. Die große Mehrheit von ihnen sind
Frauen. Globale Schätzungen von ILO aus dem Jahr 2019 zufolge sind 60 bis 80 % der Beschäftigten
in dieser Branche Frauen.
Viele der Probleme, mit denen Textilarbeiter*innen konfrontiert sind, wie niedrige Löhne und prekäre
Beschäftigungsverhältnisse, betreffen Frauen unverhältnismäßig stark.
Das bedeutet, dass wir, wenn wir über den Schutz der Menschenrechte in der Bekleidungs- und
Modeindustrie sprechen, auch speziell die Rechte von Frauen berücksichtigen müssen.
Geschlechterdiskriminierung ist in der Bekleidungsindustrie weit verbreitet.
– Frauen verdienen für vergleichbare Arbeit deutlich weniger als Männer.
– Frauen arbeiten häufiger in prekären informellen Beschäftigungsverhältnissen.
– Sie sind am Arbeitsplatz grassierender geschlechtsspezifischer Gewalt und Belästigung
ausgesetzt. Dies wird dadurch verschärft, dass meistens Männer in Führungspositionen im
Unternehmen und in den Gewerkschaften sind.
– Untersuchungen in Indien und Bangladesch haben gezeigt, dass männliche Manager und
Vorgesetzte die Arbeiterinnen häufig schikanieren, belästigen und sexualisieren.
– Frauen aus marginalisierten Gemeinschaften, wie Dalit-Frauen in Indien oder tamilische
Frauen in Sri Lanka und Christinnen in Pakistan, sind in besonderem Maße solchen
Übergriffen ausgesetzt.
Was muss sich ändern?
Die Stärkung der Arbeitnehmerinnen ist für die Bekämpfung der Geschlechterdiskriminierung von
entscheidender Bedeutung. Den Textilarbeiterinnen muss das Recht auf Organisation und
Gewerkschaftsbildung gewährt werden. Gewerkschaften bieten den Arbeiterinnen eine Plattform, um
gemeinsam gegen Rechtsverletzungen vorzugehen, mit Arbeitgebern zu verhandeln und sich für
bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen. In der Bekleidungs-industrie fehlen ausreichende
Schutzmaßnahmen für Arbeitnehmer*innen. Die Stärkung von Arbeitnehmerinnen soll sicherstellen,
dass neue Schutzmaßnahmen auf der Grundlage der tatsächlichen Erfahrungen derjenigen, die sie
schützen sollen, konzipiert und umgesetzt werden.
Wir sind am 1. Mai am Haiplatz und informieren zu Menschenrechtsverletzungen an Textilarbeiter:innen.
Außerdem gibt es einen Kleidertausch!
https://www.amnesty.de/aktuell/textilindustrie-ausbeutung-arbeitsrechte-bericht
Online aktiv werden:
https://www.amnesty.de/petition/textilarbeiterinnen-rechte-menschenwuerdige-arbeitsbedingungen
