Amnesty-Briefmarathon vom 1. bis 23. Dezember 2019 für zehn bedrohte jugendliche Aktivisten

Jugendliche beteiligen sich am Amnesty-Briefmarathon 2018 in Berlin

Bild: © Amnesty International

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In diesem Dezember setzen sich Menschen weltweit mit Amnesty International für zehn Jugendliche und Jugendbewegungen ein, die sich für die Menschenrechte engagieren und dafür von ihren Regierungen angegriffen, gefoltert oder zum Tode verurteilt werden.

Dieses Jahr ist ein Jahr der großen Protestbewegungen. Jugendliche Aktivistinnen und Aktivisten sind dabei so sichtbar wie nie. Trotz der Risiken für ihre Freiheit und ihr Leben, die in vielen Ländern bestehen, setzen sie sich für Gleichberechtigung, Meinungsfreiheit und für ihre Zukunft ein. Weltweit werden sie dafür verfolgt und eingesperrt. Zehn von ihnen widmet Amnesty International die größte Menschenrechtsaktion der Welt, die jedes Jahr rund um den Tag der Menschenrechte am 10. Dezember stattfindet: Den Briefmarathon 2019.

Ihre Namen sind Sara Mardini und Seán Binder (Griechenland), Yasaman Aryani (Iran), Marinel Ubaldo (Philippinen), Yiliyasijiang Reheman (China), José Adrián (Mexiko), die Jugendlichen von Grassy Narrows (Kanada), Emil Ostrovko (Belarus), Ibrahim Ezz El-Din (Ägypten), Nasu Abdulaziz (Nigeria) und Magai Matiop Ngong (Südsudan).

Wirklich alle können mitmachen
Deutschlandweit finden Veranstaltungen auf Weihnachtsmärkten, in Bibliotheken und in Fußgängerzonen statt.  Alle Onlinepetitionen gibt es hier.

Jugendliche schreiben Briefe für andere Jugendliche, deren Rechte bedroht sind
Amnesty erwartet weltweit eine nie dagewesene Beteiligung am Amnesty Briefmarathon, der in diesem Jahr zum achtzehnten Mal stattfindet. Schon jetzt sind allein in Deutschland rund 90 Veranstaltungen geplant und mehr als  500 Schulen beteiligen sich bundesweit.

„Unsere westeuropäischen Privilegien verpflichten uns zu Solidarität“, sagt Bettina Müller, Abteilungsleiterin Kampagnen und Kommunikation bei Amnesty International in Deutschland. „2019 sehen wir, dass auch die deutsche Zivilgesellschaft zu einem starken Bewusstsein für die eigene Wirkungsmacht zurückgefunden hat. Der Einsatzwille und die Entschlossenheit werden weltweit, aber auch in Deutschland, vor allem von jungen Menschen getragen, die für friedlichen Protest viele Konsequenzen auf sich nehmen. Diese jungen, mutigen Menschen müssen vor willkürlicher staatlicher Gewalt geschützt werden, und dafür setzt sich der Briefmarathon in diesem Jahr ein.“

Der Briefmarathon wirkt!
Die weltweiten Protestbriefe haben schon viel erreicht. Die regierungskritischen Sprayer Bayram Mammadov und Giyas Ibrahimov aus Aserbaidschan wurden im März freigelassen. Der Angriff auf LGBTI-Aktivistin Vitalina Koval aus der Ukraine von rechtsextremen Gruppen wird offiziell als Hassverbrechen untersucht, in diesem Jahr konnte sie am Frauentag ungehindert friedlich demonstrieren.